{"id":111,"date":"2011-02-03T17:42:36","date_gmt":"2011-02-03T16:42:36","guid":{"rendered":"http:\/\/fragenzumspiel.de\/games-wp\/?page_id=111"},"modified":"2014-06-29T09:53:19","modified_gmt":"2014-06-29T08:53:19","slug":"theoretischer-hintergrund","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/lordkhan.homelinux.org\/virtuellespielewelten\/?page_id=111","title":{"rendered":"Theoretischer Hintergrund"},"content":{"rendered":"<p>Das Thema dieser Arbeit bezieht sich neben dem Spiel <em>Civilization IV<\/em> auch auf komplexe Systeme. Nachdem nun das Spiel vorgestellt worden ist, werden in diesem Kapitel Merkmale und Kennzeichen komplexer Systeme erl\u00e4utert. Es gibt dabei eine Vielzahl an Modellen, Theorien und auch Studien zu komplexen Systemen, die aufgrund unterschiedlicher disziplin\u00e4rer Blickwinkel verschiedene Herangehensweisen und Fragestellungen erkennen lassen<a name=\"_ftnref1\" href=\"#_ftn1\">[1]<\/a>. Dabei ist zu beachten, dass noch keine Einigkeit dar\u00fcber herrscht, ob es eine wissenschaftliche Theorie zur Komplexit\u00e4t gibt<a name=\"_ftnref2\" href=\"#_ftn2\">[2]<\/a>. Hier soll sich auf gemeinsam herausgearbeitete Merkmale konzentriert werden, wobei aufgrund der Vielzahl an ver\u00f6ffentlichten Ans\u00e4tzen kein Anspruch auf Vollst\u00e4ndigkeit erhoben werden kann. Im weiteren Verlauf der Arbeit wird sich dann auf die Forschungsergebnisse und Studien von Dietrich D\u00f6rner bezogen. Ein nicht unwesentlicher Teil seiner Forschung lag in der Beobachtung von Menschen bei computersimulierten Planspielen (z.B. Tanaland-, Lohhausen- oder K\u00fchlhaus-Experiment<a name=\"_ftnref3\" href=\"#_ftn3\">[3]<\/a>). Daher eignen sich seine Ausf\u00fchrungen zur Komplexit\u00e4tsbewertung von Computerspielen. Auch andere Personen haben sich mit der Abbildung komplexer Systeme in Planspielen besch\u00e4ftigt, allerdings lag die Motivation bei diesen Untersuchungen oft in der Vermittlung von bestimmten Inhalten mit Blick auf konkrete Lernfelder und weniger in der Analyse des Verhaltens in verschiedenen komplexen Situationen<a name=\"_ftnref4\" href=\"#_ftn4\">[4]<\/a>. Zudem bildet die von D\u00f6rner selbst erarbeitete Kategorisierung seiner Beobachtungen und Erkenntnisse eine Grundlage, anhand dieser bestimmte Kriterien zur Verhaltensbeurteilung gebildet werden k\u00f6nnen. Vorab werden hier aber allgemeinen Merkmale komplexer Systeme dargestellt. Daran anschlie\u00dfend wird ein geeignetes Modell gefunden, mit dem es m\u00f6glich sein soll, die unterschiedlichen Aspekte eines Computerspiels (Wirkung, Spielererleben, Spielerverhalten, etc.) beschreiben und einteilen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<h2>Komplexe Systeme: Definition<\/h2>\n<p>Was ist ein komplexes System? Der Einfachheit halber werden die beiden Worte einmal einzeln betrachtet: Der Duden definiert komplex wie folgt: \u201e[&#8230;] vielschichtig; viele verschiedene Dinge umfassend: [&#8230;] zusammengesetzt; nicht allein f\u00fcr sich auftretend, ineinandergreifend, nicht aufl\u00f6sbar: [&#8230;]\u201c<a name=\"_ftnref5\" href=\"#_ftn5\">[5]<\/a>. Ein System wird als ein \u201e[&#8230;] aus mehreren Teilen zusammengesetztes u. gegliedertes Ganzes [&#8230;]\u201c beschrieben. Damit wird bereits recht gut beschrieben, was von verschiedenen Wissenschaftlern herausgearbeitet worden ist: Ein komplexes System ist gekennzeichnet durch sich gegenseitig beeinflussende (Einzel-)Bestandteile, die zusammen ein Ganzes ergeben. Dabei k\u00f6nnen auf den ersten Blick identisch erscheinende Systeme sehr unterschiedlich funktionieren, was eine immer wiederkehrende Neubeurteilung notwendig macht. Selbst bei der Betrachtung des gleichen Systems kann es sein, dass aufgrund der starken Vernetzung der einzelnen Komponenten Ver\u00e4nderungen nicht sofort wahrgenommen werden. Bei der Betrachtung eines solchen Systems ist es oft nicht m\u00f6glich, ein ganzes Bild zu erhalten. Dies kann an falscher Einsch\u00e4tzung, aber auch an der un\u00fcbersichtlichen Gr\u00f6\u00dfe eines Systems liegen. Dadurch k\u00f6nnen Aktionen unvorhergesehene Wechselwirkungen innerhalb eines Systems verursachen<a name=\"_ftnref6\" href=\"#_ftn6\">[6]<\/a>. Weiterhin kann es selbst bei vollst\u00e4ndiger Systemkenntnis dazu kommen, dass die aktuelle Situation nicht beurteilt werden kann.<\/p>\n<p>Die Beziehungen zwischen den Elementen in einem solchen System k\u00f6nnen unterschiedlicher Natur sein: Sie k\u00f6nnen aus positiven oder negativen R\u00fcckkoppelungen bestehen; sie k\u00f6nnen (nicht-)linear verlaufen; sie k\u00f6nnen vielschichtig sein und sie k\u00f6nnen sich im Laufe der Zeit ver\u00e4ndern\/erst entstehen<a name=\"_ftnref7\" href=\"#_ftn7\">[7]<\/a>. Diese Merkmale machen die Beurteilung ebenfalls schwierig.<\/p>\n<p>Ein weiteres wichtiges Element ist der Faktor Zeit: Dieser ist bei komplexen Systemen oft nur schwer richtig zu beurteilen, so dass die entstehende Dynamik f\u00fcr die Arbeit mit einem komplexen System eine besondere Herausforderung darstellt<a name=\"_ftnref8\" href=\"#_ftn8\">[8]<\/a>. Gemeint ist hier nicht nur die Beurteilung, wie lange ein Prozess dauert, sondern auch, wie sich ein System in einem bestimmten Zeitraum ver\u00e4ndern kann.<\/p>\n<p>Zusammengefasst k\u00f6nnen folgende Merkmale komplexer Systeme festgestellt werden:<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 viele zueinander in Beziehung stehende Elemente<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 wechselseitige, nicht immer vorhersehbare Beeinflussung der Elemente<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Form sowie Ausma\u00df der Beeinflussung nicht immer offensichtlich<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 kompletter \u00dcberblick nicht oder oft unzureichend vorhanden<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Dynamik, dadurch Vorhersagbarkeit schwierig<\/p>\n<p>Auf den n\u00e4chsten beiden Seiten werden die Modelle nach D\u00f6rner und Fritz vorgestellt.<\/p>\n<hr size=\"1\" \/>\nWeiter zu <a title=\"D\u00f6rners Modell: Komplexe Situationen\" href=\"https:\/\/lordkhan.homelinux.org\/virtuellespielewelten\/?page_id=250\" target=\"_self\">D\u00f6rners Modell: Komplexe Situationen<\/a><br \/>\nWeiter zum <a title=\"Transfermodell nach Fritz\" href=\"https:\/\/lordkhan.homelinux.org\/virtuellespielewelten\/?page_id=252\" target=\"_self\">Transfermodell nach Fritz<\/a><\/p>\n<hr size=\"1\" \/>\n<a name=\"_ftn1\" href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a> vgl. Frischknecht-Tobler\/Kunz\/Nagel 2008, S. 15ff<br \/>\n<a name=\"_ftn2\" href=\"#_ftnref2\">[2]<\/a> vgl. Bandte 2006, S. 81<br \/>\n<a name=\"_ftn3\" href=\"#_ftnref3\">[3]<\/a> vgl. D\u00f6rner 2009, S. 22ff, S. 32ff, S. 200ff<br \/>\n<a name=\"_ftn4\" href=\"#_ftnref4\">[4]<\/a> vgl. u.a. Achtenhagen 1992, S. 143-157<br \/>\n<a name=\"_ftn5\" href=\"#_ftnref5\">[5]<\/a> Duden 2006<br \/>\n<a name=\"_ftn6\" href=\"#_ftnref6\">[6]<\/a> vgl. Frischknecht-Tobler\/Kunz\/Nagel 2008, S. 14f; vgl. Grimm 2009, S. 26-32<br \/>\n<a name=\"_ftn7\" href=\"#_ftnref7\">[7]<\/a> vgl. Bandte 2007, S. 78 und S. 94; vgl. Grimm 2009, S. 32ff<br \/>\n<a name=\"_ftn8\" href=\"#_ftnref8\">[8]<\/a> vgl. Frischknecht-Tobler\/Kunz\/Nagel 2008, S. 14f; vgl. Bandte, S. 95f<\/p>\n<hr size=\"1\" \/>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Thema dieser Arbeit bezieht sich neben dem Spiel Civilization IV auch auf komplexe Systeme. 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